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Die rechtliche Seite der Selbstverteidigung 

Unter Ernstfallsituationen verstehen wir hier nur Fälle, bei denen rechtlich gesehen Notwehr zulässig ist. Es dürfte jedem verantwortungsbewussten Bürger klar sein, dass eine Anwendung von TaeKwonDo Techniken in anderen als Notwehrsituationen rechtlich nicht zulässig und verantwortungslos ist.
 

Was ist eine Notwehrsituation?
§ 32 StGB:

Eine strafbare Handlung ist nicht vorhanden, wenn die Handlung durch Notwehr geboten war. Notwehr ist diejenige Verteidigung welche erforderlich ist, um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden. Die Verteidigung muss in einem angemessenen Verhältnis zum Angriff stehen !(Verhältnismäßigkeit der Mittel)

 

Im TaeKwonDo kann man die Stärke des Gegenangriffs genau dosieren, außerdem kommt es auch auf die Zielpunkte an, die bei der Verteidigung angegriffen werden.


Eine Überschreitung der Notwehr ist nicht strafbar, wenn der Täter in Bestürzung, Furcht oder Schrecken über die Grenzen der Verteidigung hinausgegangen ist. Im Kommentar zu diesem Gesetz wird erläutert, dass sich der Angriff nicht unbedingt auf Leben oder Gesundheit zu richten braucht. Als Angriffsobjekt kommt jedes rechtlich geschützte Interesse in Betracht. Eine Verteidigung ist deshalb auch erlaubt, wenn sich der Angriff gegen Ehre oder Besitz richtet.

 

Die psychologische Seite der Selbstverteidigung
Die Selbstverteidigung ist vor allem ein psychologisches und dann erst ein technisches Problem. Das Selbstvertrauen wächst, je sicherer Du in Deinen Techniken wirst. So kommt man auch zu einer gewissen Gelassenheit in Krisensituationen.

Wichtig ist auch die richtige Beurteilung der Lage !

  • wie gefährlich ist der Angriff ? (mit oder ohne Waffen ?).
  • die richtige Einschätzung des Gegners.
  • die richtige Einschätzung des eigenen Könnens.

 

Da alle diese Vorgänge im Ernstfall in Sekundenbruchteilen in uns ablaufen müssen, ist tatsächlich der psychologische Teil der Selbstverteidigung auch der schwierigste Teil. Es kann unter Umständen jemand, der nicht über Kenntnisse von Selbstverteidigungstechniken verfügt, eine Ernstfallsituation besser meistern als einer, der ein paar „Griffe" kennt; ganz einfach deshalb, weil er einen "kühlen Kopf" bewahrt oder "unerschrocken" ist. Diesen Teil der Selbstverteidigung kann man aus keinem Lehrbuch lernen.

 

Die technische Seite der Selbstverteidigung (Hosinsul)

  • Biete dem Gegner möglichst wenig Angriffsfläche, stehe seitlich und nicht frontal.
  • Du solltest immer einen solchen Abstand zum Gegner haben, dass Du außerhalb seiner Reichweite bist.
  • Beim Blocken oder Ausweichen solltest Du dich im richtigen Abstand für einen Gegenangriff bewegen.